Eine Handwerksschule für Afrika

Sto-Stiftung fördert Projekt der TU München

Nachhaltigkeit und energetisch sinnvolle Bauweisen standen im Zentrum des summerschool Wettbewerbs der Sto-Stiftung im Jahr 2010. Eines von drei prämierten Projekten ist der Bau einer Handwerksschule für Jugendliche aus den Slums von Kenias Hauptstadt. Die Studenten lernen nicht nur am Reißbrett, sondern auch bei der Bauausführung des Projektes „Eine Schule für Nairobi“. 2011 begann die Umsetzung.

Sto_Nairobi

Mit der achtjährigen Grundschulzeit endet für die meisten Jugendlichen aus dem Slum Mathare die Ausbildung, es gibt kaum Möglichkeiten einen Beruf zu erlernen. Eine sinnvolle Perspektive wollen der deutsche Verein Promoting Africa und die kenianische Partnerorganisation Youth Support Kenya durch den Bau einer Handwerksschule eröffnen. Dort sollen kenianische und europäische Lehrer in den Bereichen Handwerk, Technik oder Landwirtschaft ausbilden und den Jugendlichen so den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit ebnen. Im Studienjahr 2010/2011 entwarfen Studenten der TU München Werkräume, Schlafbereiche, Küche, Büro und einen Sanitärbereich. Traditionell afrikanisch öffnen sich die Gebäude zum Grundstück. Auch die Freiflächen werden einbezogen und für den Unterricht genutzt. Außerhalb der Regenzeit ist Wasser ein kostbares Gut für die Bewohner, sodass jeder Tropfen sinnvoll genutzt werden muss. Deshalb sind Trockentoiletten und eine biologische Kläranlage geplant; eine Fotovoltaikanlage soll das nachhaltige Versorgungskonzept ergänzen. Mit der Fertigstellung von Fenstern und Dach im März 2012 soll der erste Abschnitt abgeschlossen sein. Für die massiven Wände wurde Tuffstein aus der Umgebung verwendet, der sehr wetter- und feuerbeständig ist. Für den Unterricht stehen später nicht nur Werkräume, sondern auch große Freiflächen zur Verfügung.

Das Richtfest Ende September wurde gemeinsam mit dem Bauteam, Mitarbeitern beider Universitäten, zukünftigen Nachbarn und Jugendlichen aus Mathare gefeiert. Stefan Krötsch, Dozent an der TU München und am Projekt beteiligt, ist überzeugt vom Lerneffekt: „Mit viel Enthusiasmus kam die Gruppe mit den Widrigkeiten zurecht, zum Beispiel als der Zoll das Werkzeug aus Deutschland zurückhielt. Die gemeinsame Arbeit war geprägt von Offenheit und gegenseitiger Neugier.“

 

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